46 Jahre nach der Ferienfahrt der damaligen Jugendgruppe stehen erneut Mitglieder für ein Foto unter dem bronzenen Adler des Fliegerdenkmals auf der Wasserkuppe. Damals war es Ziel eines Tagesausflugs während der Ferienfahrt nach Dietges bei Fulda, diesmal ist es eine der markantesten Stationen der Wanderwoche durch die Rhön.Dass der Premiumwanderweg Hochrhöner zu den Top Trails of Germany zählt, war bekannt. Doch mit einer solchen Überfülle an Eindrücken hat keiner der 16 Teilnehmer gerechnet, als man sich nach der Ankunft mit der Bahn am frühen Nachmittag von Bad Kissingen aus auf den Weg machte.

Nicht ohne Grund gehört der Großteil des durchwanderten Gebiets seit 1991 zum UNESCO- Biosphärenreservat Rhön. Ein ständiger Wechsel von Laub- und Mischwäldern, Wiesen, romantisch gelegenen kleinen Orten, Quellen, Wacholderheiden mit Silberdisteln und Enzian, engen Bachtälern, Seen, Hochmooren, langgestreckten Höhenzügen, Basaltfelsen sowie Kuppen mit einer Fernsicht bis zum Ende des Horizonts machten die achttägige, 164 Kilometer lange Streckenwanderung mit wechselnden Unterkünften zu einem permanenten Erlebnis.
Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen bis zu 31 Grad im Schatten waren die Zwischenstopps in Cafés und Biergärten, unter anderem in der Klosterbrauerei auf dem Kreuzberg ein absolutes Muss. Unvergessen bleibt auch das Abendessen draußen auf der Terrasse der 760 Meter hoch gelegenen Enzianhütte. Erst auf der letzten Etappe von Bernshausen nach Bad Salzungen kam die Regenkleidung doch noch zum Einsatz.
Die Länge der Tagesetappen ermöglichte es, die kulturellen Besonderheiten am Wege wie das Museumsdorf in Tann, das Heimatmuseum Dermbach, die ehemalige Zonengrenze und die Milseburg mit den gut erhaltenen Resten einer keltischen Fliehburganlage zu besichtigen sowie einige historische Fachwerkorte zu erkunden. Viel Zeit war für die Wasserkuppe eingeplant, der mit 950 Metern höchsten Erhebung der Rhön und seit Anfang des 20. Jahrhunderts Zentrum des modernen Segelflugs. So blieb neben dem Besuch des Deutschen Segelflugmuseums, der während des Kalten Kriegs der Luftraumüberwachung dienenden Radarkuppel und des Fliegerdenkmals noch ausreichend Gelegenheit für Kaffee und Kuchen. Gute Kondition war schon gefragt auf der von Hildegard Felser-Kriener minutiös geplanten und geführten Tour. Schließlich zeichnet sich das Höhenprofil des Hochrhöners durch ein ständiges Auf und Ab mit Höhen zwischen 210 und 950 Metern über dem Meeresspiegel aus. Doch das konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun. War der Weg steiler, wurde die Geschwindigkeit den Gegebenheiten angepasst. So blieb auch den Letzten genügend Zeit zum Verschnaufen. Außerdem: Selbst der geübteste Wanderer hat ein Recht darauf, abends erschöpft zu sein. von Dr. Bernd Läufer

 

 

 

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